16|01|18

CMYK versus Sonderfarbe

Was Sie beim Farbdruck beachten sollten

Druckerzeugnisse im Farbdruck werden durch Sonderfarben besonders markant. Auch Metallic-Töne oder Hausfarben können auf diese Weise realisiert werden. Was Sonderfarben von den sonst üblichen Druckfarben unterscheidet – und weshalb Bildschirmfarben nicht für den Druck gelten, erfahren Sie hier.

Farben müssen für den Druck genau definiert sein

Beim Druck muss eine Eigenschaft benannt werden, die im Alltag meist nur sehr unpräzise benannt wird: die Farbe. Das menschliche Auge nimmt die Welt in Farben wahr. Doch Rot ist nicht gleich Rot. Es gibt eine unüberschaubare Anzahl an Nuancen, und die Farbwahrnehmung ist äußerst individuell. Damit ein Druckerzeugnis auch farblich den Vorstellungen entspricht, ist daher eine präzise Beschreibung nötig. „Lichtfarbe“ nennt man die Farben einer selbstleuchtenden Lichtquelle, wie sie etwa bei Fernseh- oder Computerbildschirmen oder Handy-Displays vorkommen. Selbstleuchtende Farben werden durch besondere Strahlkraft wahrgenommen. Das von einem beleuchteten Körper reflektierte Licht dagegen heißt „Körperfarbe“.

RGB – der Lichtfarbenraum:

Lichtfarben werden im RGB-Farbraum, in dem auch Web-Designer arbeiten, dargestellt. Alle Farbwerte im RGB-Farbraum setzen sich aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammen. Wird zu einer Grundfarbe eine weitere Farbe hinzugefügt oder „addiert“, so nimmt das Auge eine neue Farbe des Lichtspektrums wahr. Additive Lichtfarben werden für die Farbdarstellung von Fernsehbildschirmen und Computermonitoren und andere Displays verwendet. Um eine RGB-Farbe zu bezeichnen, wird der Anteil der drei Grundfarben auf einer Skala von 0 bis 255 angegeben. Eine Angabe von RGB (178 34 34) bedeutet daher, dass der Intensitätsregler bei Rot auf 178, bei Grün auf 34 und bei Blau auf 34 gestellt ist. Dieses Rot mit Grün- und Blau-Anteilen nimmt das menschliche Auge beispielsweise als dunkles Rot wahr.

CMYK – die Druckfarben im Vierfarbdruck

Farben für den Druck hingegen sind Körperfarben. Sie werden im CMYK-Farbraum angegeben. „CMYK“ steht dabei für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta, Yellow sowie Schwarz (Key). Die vier Farben bilden die Grundlage für den modernen Vierfarbdruck: Die Grundfarben werden nacheinander auf den Druckuntergrund aufgetragen und ergeben je nach Mischungsverhältnis neue Farbnuancen. Angegeben werden CMYK-Farben mit ihren entsprechenden Farbwerten je Farbkanal von 0 (hell) bis 100 (dunkel).
Umrechnung von RGB in CMYK-Farbraum
Zum Drucken braucht die Druckerei Ihre Druckdatei im CMYK-Farbsystem. Eine Druckdatei in RGB muss daher zunächst in CMYK umgerechnet werden. Dadurch kann es zu Abweichungen in der Farbdarstellung kommen. Bei Logos und anderen durch das Corporate Design vorgegebenen Farben ist eine Abweichung jedoch nicht erwünscht. Legen Sie Dateien also am besten gleich im CMYK-Farbraum an, um die Farbtreue zu erhalten.
In der Praxis werden oft vor dem Druck noch Farbanpassungen vorgenommen, weil die Wirkung einer Farbe auch vom Druckuntergrund abhängt.

Sonderfarben Pantone und HKS

Zusätzlich zu den CMYK-Farben gibt es außerdem Sonderfarben für den Druck. Sonderfarben werden auch Schmuckfarben oder Volltonfarben genannt. Sie werden oft einzeln oder beim Mehrfarbdruck in einem fünften oder sechsten Druckgang aufgetragen. Speziell im Branding, bei Logos oder Marketingmaterialien werden Sonderfarben eingesetzt, weil sie einen hohen Wiedererkennungseffekt haben. Sonderfarben beinhalten auch Metallic- oder Neonfarben, die den Druck veredeln. Sie erscheinen immer gleich, denn sie sind anwendungsfertig für den Druck hergestellt. Daher ist das Druckergebnis identisch, egal wo auf der Welt die Farbe eingesetzt wird.
Für Sonderfarben ist weltweit das Pantone-Farbsystem am weitesten verbreitet. Im deutschsprachigen Raum gibt es daneben das HKS®-Farbsystem Sonderfarben werden aus sogenannten Farbfächern ausgewählt. Die Farben sind in exakten Mischverhältnissen erhältlich und garantieren ein reproduzierbares Ergebnis. Da die Wirkung der Farben je nach Druckgrund unterschiedlich ist, gibt es Farbfächer beispielsweise für Kunstdruck- und Bilderdruckpapiere, Naturpapier, Zeitungs- und Endlosdruckpapier oder auch Textil.

 

Drucken mit CMYK oder Sonderfarbe – so entscheiden Sie richtig

Ob Sie CMYK- oder Sonderfarben einsetzen, hängt vom Druckerzeugnis ab.


• CMYK und Sonderfarben können im Offsetdruck kombiniert werden.


• Jede weitere Sonderfarbe benötigt eine weitere Druckplatte im Offset-Verfahren. Verwenden Sie daher im Hinblick auf die Druckkosten nicht zu viele Sonderfarben.

• Bei Bilddarstellungen wird in der Regel ausschließlich im CMYK-Farbraum gearbeitet.


• Handelt es sich um den Druck Ihres Firmen-Logos, prüfen Sie die Vorgaben des Corporate Design. Im Design-Manual des Unternehmens sind oft Sonderfarben angegeben, die Sie dann für den Druck wählen sollten. So sind Sie sicher, dass der Farbton exakt wiedergegeben wird.


• Wenn Sie wünschen, dass das Ergebnis zu einem späteren Zeitpunkt reproduzierbar ist, empfiehlt sich immer eine Sonderfarbe. Reicht eine Näherung, so ist können CMYK-Farben zu nahezu jedem gewünschten Farbton gemischt werden.


• Bei sehr kleiner Schrift erzielt eine Sonderfarbe ein schärferes Druckbild als es bei einer Rasterung der vier CMYK-Farben möglich ist.


• Wenn Sie für Ihr Druckerzeugnis eine Lackschicht wünschen, ist dies mit einer Sonderfarbe möglich.


Haben Sie Fragen zur Farbdarstellung Ihres Druckerzeugnisses? Sprechen Sie uns an! Anruf genügt – wir beraten Sie gern unter 0421 / 205 85-0.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an Niclas Stürken.
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