13|10|17

Gewoba – Unsere erste Broschur mit eingebautem Tragegriff

TÄTIGKEITSBERICHT 2016 FÜR DIE GEWOBA

Der Tätigkeitsbericht 2016 für die GEWOBA AG, das größte Bremer Wohnungsunternehmen spiegelt, wofür die Gewoba steht: Das Unternehmen investiert unter anderem in Mietwohnungs-Neubauprojekte in aufstrebenden Stadtteilen und realisiert kreative Neubauten in bestehenden, lebenswerten Quartieren. Als größter Bremer Wohnungsanbieter verwaltet die GEWOBA aktuell etwa 42.000 Wohneinheiten und ist mit über 400 Mitarbeitern in Bremen ein bedeutender Auftraggeber in der Region.

 

Für ein Unternehmen dieser Größe gehört ein Geschäftsbericht zwar zur jährlichen Routine, das kreative Konzept für die GEWOBA sah jedoch vor, Hauptaussagen des Tätigkeitsberichts auch sichtbar und fühlbar umzusetzen. Zum eigentlichen Druck des Tätigkeitsberichts – Kernprozess jeder Druckerei – kamen daher unterschiedliche Druckveredelungen, Verarbeitungen und Konfektionierungen. Die Realisierung stellte unser Team vor neue Herausforderungen, wir überschritten gewohnte Grenzen unserer täglichen Arbeit – und begaben uns auf unbekanntes Terrain...

 

„WIR MÖCHTEN EINEN BERICHT MIT HENKEL!“

Das gestalterische Leitthema des Berichts ist das Malerhandwerk. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der GEWOBA visualisieren wichtige Aussagen des Unternehmens zum Thema und sind beim Abkleben mit Kreppband zu sehen.
Bereits das Briefing der Agentur las sich spannend: „Wir möchten, dass der Bericht einen echten Henkel hat – wie ein Farbeimer.“ Es gab weitere kreative Wünsche: Der Buchblock sollte mit Kreppband gefälzelt, Lackeffekte dargestellt und speziell passende Papiere verwendet werden.
 

Papiere und Lacke für ein ausdrucksstarkes Resultat

Wir machten uns an die Umsetzung: Die 76 Seiten des Innenteils druckten wir 4-farbig plus Glanzlack.
Auf neun Seiten wurden die Bilder zusätzlich mit extradickem UV-Relief-Glanzlack überzogen. Die Bilder wirken nun wie mit einem groben Lackpinsel gemalt. Der Innenteil wurde anschließend für höchste Haltbarkeit fadengeheftet.
Die gebundenen Inhalte sollten nun gefälzelt, werden. Üblich ist in diesem Fall, Buchbinderleinen auf den Buchblockrücken zu kleben – wir arbeiteten jedoch wie gewünscht mit Malerkrepp. Der Buchblock sollte oben und unten noch sichtbar sein. Es war äußerst kniffelig, die Streifen exakt in der gewünschte Länge zu produzieren. Denn Kreppband ist sehr flexibel, es sollte jedoch nicht geschnitten, sondern leicht gerissen werden. Auf drei Innenseiten wurde mittig ein 4-seitiges Faltblatt aufgeklebt.
Den stabilen Umschlag des Berichts druckten wir auf Paperbord und bezogen ihn außen mit einer Softtouchfolie. Dadurch ist der Bericht angenehm weich im Griff. Im Gestaltungsentwurf war vorgesehen, dass weiße Farbe vom Rücken der Broschur ausgehend auf die Titelseite laufen sollte. Um diesen „Kleckereffekt“ zu erzielen, trugen wir milchig-weißen UV-Relieflack in zwei Schichten mit unterschiedlicher Struktur auf.
 

EIN individuelles Druckwerk und mit grüßen versehen

Um Inhaltsblock, Umschlag und Henkel miteinander zu verbinden, war eine weitere Runde Handarbeit gefordert: Wir konfektionierten zusammen mit dem Eimerhenkel auch gleich eine separat gedruckte und gestanzte Mechanik für die Halterung des Henkels, klebten ihn in den Umschlag und setzten den Buchblock passgenau davor. Als Sahnehäubchen knoteten wir einen kleinen Farbschnipsel mit freundlichen Grüßen an den Henkel – und schon war der Bericht fertig. Das Ganze wiederholten wir dann noch 799 Mal, bis die Auflage komplett war...
Einen Teil der Auflage packten unsere Mitarbeiter zum Einzelversand im Papier Keaykolour Recycled Particles ein, klebten es mit Kreppband zu und versendeten es per Post.
 

„VORSICHT: SIE BETRETEN UNERFORSCHTES GEBIET“

Wer Grenzen in unbekanntes Gebiet überschreitet, kann auf Überraschungen treffen:Durch die Henkelmechanik wurde der Inhalt beim Blättern so stark gewölbt, dass der Rücken den Kräften der Spannung nicht standhielt und aufbrach. Außerdem stellte sich die Kombination aus Papier, Glanzlack und Leim als äußerst schwierig heraus. Doch ein guter Drucker gibt nicht so schnell auf und sucht nach einer passenden Lösung. Nachdem unsere Tests mit verschiedenen Klebebindern mit Hotmelt, PUR- und Dispersionsleimen jedoch nicht die erforderliche Haltbarkeit brachten, sattelten wir daher auf Fadenheftung um. Trotzdem hielten wir den Zeit- und Budgetrahmen ein.
Denn wie steht es schon im ersten Satz des Vorworts vom Vorstand in diesem Bericht: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner). Und richtig gut ist der Bericht dann doch geworden...!


AUFTRAGGEBER
Polarwerk GmbH


GESTALTUNG
Polarwerk GmbH

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an Niclas Stürken.
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